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DEFAULT : Alp Oberer Borstböhl
01.06.2014 21:45 ( 2248 x gelesen )

- 8 Gehminuten über dem Schwyzerälpli
- Schöne Abendstimmung mit dem Alpkreuz
- Der Senn Josef Inauen winkt aus der Stube
- Hinter dem Haus ein wunderbares Echo von der Öhrliwand
- Josef entschuldigt sich wegen dem Nachtessen
- Letztes Jahr auf der Alp, insgesamt 50 Jahre hier oben
- Er hat seine Jahrgänger 1939 auch schon eingeladen
- Die Schuhe bleiben draussen
- De Dängelistee vor em Hus
- Im Frühling hat ein Luchs ein Gams gerissen
- Josef lässt sich gerne fotografieren und meint: „söll i no nebis anders alegge?“
- „Sönd globi gad 10 Gässe ode? Die chlinn isch siche no bim Bruno onne.“
- Auf dem Heimweg ein Gans, dann ein Fuchs, oder war es doch ein Luchs?
- Durch den dunkeln Wald nach Hause
 


~~Bruno Hersche erklärt mir noch kurz, wo der obere Borstböhl ist, eigentlich nur einen Katzensprung von hier. Nach 8 Minuten stehe ich bereits vor dem Stall, ein Jeep mit 45-er Tempobegrenzung steht davor. Auf der rechten Seite steht ein grosses Alpkreuz auf der Anhöhe und der Horizont ist rosarot eingefärbt mit den letzten Sonnenstrahlen. Ich spiele dort ein Stück, ich habe aber den Eindruck, dass es hier noch einen besseren Echoplatz gibt. Deshalb packe ich meine Sachen und gehe auf die Hinterseite der Hütte, beim vorbeilaufen winkt mir Josef Inauen freundlich aus der Stube zu. Auf diesem Platz ist es super schön zu spielen, ein wunderschönes Echo klingt zurück. Bruno Hersche kann ich von hier aus sehen, er steht vor seiner Hütte und hört andächtig den Alphornklängen zu. Als letztes Stück spiele ich ein typisch appenzellisches, s’Buchriiberli, Bruno scheint es zu gefallen denn er Zaured herzhaft zurück und winkt nochmal zum Abschied.

Nun möchte ich den Sennen doch noch etwas näher kennen lernen. Josef kommt gerade heraus, begrüsst mich und entschuldigt sich: „ Wäsch, i bi ebe grad bim Znacht ond ha no möse fetig esse.“ Sagt’s und hat ein freundliches und ansteckendes Lachen im Gesicht. Von seiner letzten Alpfahrt erzählt er mir nichts, scheinbar ist alles so wie immer und der Gedanke daran würde ihn nur traurig stimmen. Später erfahre ich, dass er ein Jahrgänger zu Rosaly Meier ist und die Jahrgängervereinigung unlängst hier oben zu einem Besuch eingeladen war. Rosaly sagte mir: „Es hend alli möse d’Schue abtue, de Josef hets gen sube i sinere Stobe.“  Das ist auch heute so, denn er steht nur mit den Socken vor mir. Zwei Paar Stiefel stehen fein säuberlich auf der Treppe beim Eingang, ein feiner Mann.

Auch er erzählt mir von den vielen verschiedenen Wildtieren die es hier oben gibt. Ich möchte wissen ob er denn einen Luchs auch schon gesehen habe. Er meint: „Nei, de isch sowieso ganz schüch, abe im Früelig het so en e Gams gresse. Es sönd fascht gad no Chnoche dei glege abe d’Spuere im Schnee sönd ganz klar vo me Luchs gseh.“

Ich stelle Josef mein Projekt vor und frage ihn, ob ich ein Foto vom Dengelistee machen darf. Er willigt sofort ein und schaut neugierig zu, danach sage ich ihm, es wäre schön wenn er auch auf einem Bild drauf wäre. Er antwortet: „Jä – söll i no nebis schöners gi alegge?“ „Nei, nei,“ sag ich ihm, „ e so wies isch, isches perfekt.“ In diesem Moment kommt gerade noch der Bläss aus dem Haus und gesellt sich zu uns. Josef setzt sein strahlendes Lächeln auf und ich halte den schönen Moment fest. 

Danach schaut er zu den Geissen, zählt und meint: „Do fählt eni, die chlinscht, sie isch siche no bim Bruno onne. Mon Morge chont si denn scho wide uni.“ Dann schaut er mich an und sagt: „Enad bisch no choge spot ondewegs, s’weet scho bald dunkel.“ „Jo, das stimmt, i ha dromm e Stirnlampe debei.“ erwidere ich ihm. Er erklärt mir noch den direktesten Weg zurück nach Lehmen und ich verabschiede mich. Gerne hätte ich noch etwas geplaudert mit ihm.

Der Weg führt über den unteren Borstböhl, dort entdecke ich am unteren Waldrand eine Gämse beim Äsen die aber sofort reis aus nimmt. Dort wo der Kiesweg im Wald verschwindet kehrt mir gerade ein riesiger Fuchs den Rücken und ich sehe nur noch seinen buschigen, goldig farbigen Schwanz im Gebüsch verschwinden. Oder war es ein Luchs? Die Geschichte mit der gerissenen Gämse beschäftigt mich nun doch noch etwas. Wenn ein Luchs eine Gämse reisst, könnte er auch problemlos einen Menschen anfallen. Im Wald ist es zwar dunkel, aber die Stirnlampe schalte ich nicht ein. Ich habe sie nur griffbereit falls sich so ein Raubtier nähern sollte. Im Internet lese ich dann später, dass diese Katzen für den Menschen ungefährlich sind, bis jetzt hat es im ganzen Alpenraum noch keinen Vorfall gegeben.


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