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DEFAULT : Heimweide Schatten
30.03.2014 17:00 ( 1842 x gelesen )

- Ein sehr schöner Sonntagvesper
- Der Schnee ist noch ganz nah, Anfang Woche hatte es geschneit
- Vorbei an der Kiesgrube, der Wanderweg ist umgeleitet
- Kein richtiger Pfad durch den Wald
- Eine Melkmaschine ertönt aus dem Stall
- Ist der Senn schon hier oben einquartiert?
- 3 Alphornstücke am Waldrand
- Der Senn schaut aus dem Stall und verschwindet wieder
- Es stellt sich heraus, dass dies ein Ganzjahresbetrieb ist
- Das Bienenhaus, unweit blühen die ersten Krokusse
- Frische Holzpfähle liegen auf einem Stapel bereit
- Ein schöner Eschenbaum steht vor dem Haus
- Auf dem Heimweg erschrecke ich 3 Rehe
- Nach 2 Stunden wieder zu Hause


Der Winter verliert langsam seine Zähne, Anfang Woche hatte es zwar noch geschneit und nachts fallen die Temperaturen immer noch unter den Gefrierpunkt aber tagsüber spürt man bereits die wärmende Frühlingssonne. Seit längerer Zeit war ich nicht mehr mit dem Alphorn unterwegs, deshalb ist es umso schöner, auch wenn mir nicht viel Zeit bleibt, wieder einmal eine Heimweide zu besuchen.

Mein heutiges Ziel heisst  und liegt auf der Nordseite des Himmelberges, vom Gontenbad kann sie über eine Strasse erreicht werden. Ich entscheide mich sie zu Fuss von der Nordseite zu besteigen und parkiere das Auto unterhalb der Kiesgrube in der Nähe des Restaurants Waldegg. Die Zufahrt zur Grube ist mit einer Barriere abgesperrt, der Wanderweg führt normalerweise rechts an der Grube vorbei, ist aber mit einem handgeschriebenen Schild nach links umgeleitet. Die effektive Grösse der Kiesgrube kommt erst jetzt so richtig zur Geltung, von der Hauptstrasse aus beachtet man sie kaum.

Eigentlich müsste ein Pfad in der Falllinie der Heimweide durch den Wald führen, der Einstieg ist aber sehr verwachsen und die vielen Brombeersträucher sind nicht gerade angenehm. Etwas weiter oben finde ich dann doch noch einen schmalen Fusspfad. Nach rund 20 Minuten Fussmarsch sehe ich bereits die Liegenschaft und höre ein leises Summen, die Fensterläden sind geöffnet und ein Auto steht auf dem Platz. Ist der Senn denn um diese Jahreszeit schon einquartiert? Früher, so habe ich im Buch Innerrhoder Heimweiden gelesen, wurde der Betrieb auch ganzjährig bewirtschaftet, seit 1976 wird sie aber nur noch als Heimweide genutzt.

Rund 200m unterhalb der Gebäude spiele ich am Waldrand Alphorn, ein schwaches Waldecho ertönt. Während dem zweiten Stück kommt der Senn aus dem Stall, ein leises „jä so“ höre ich, danach verschwindet er wieder am selben Ort. Ich spiele noch ein drittes Stück und höre im Wald ein paar Krähen rufen. Danach hänge ich den Gigbag um und schultere mein Horn. Vor der Stalltüre warte ich und rufe hinein, der Bauer und seine Frau begrüssen mich, sie scheinen mich zu kennen. Es stellt sich heraus, dass sie im Sommer z’Alp fahren und deshalb mein Schild bereits gesehen haben. Er erklärt mir, dass er mit seiner Frau das ganze Jahr über hier oben wohnt,  aber erst seit der Junior den Betrieb im Gontenbad übernommen habe. Er entschuldigt sich und geht wieder an die Arbeit.

Direkt hinter dem Stall befindet sich ein Bienenhaus mit 20 Völkern. Die kleinen Tierchen sind schon sehr fleissig bei der Arbeit, vermutlich locken die ersten blühenden Krokusse. Hinter der Remise liegt ein Stapel Holzpfähle die noch ganz frisch riechen, der Frühling kann kommen. Vor dem Haus steht eine prächtige Esche neben der einige Ster Holz aufgestapelt sind – oh, wie schnell die Zeit vergeht. Es ist  bereits zehn vor fünf und ich möchte in 25 Minuten zu Hause sein damit wir zusammen Znacht essen können. Ich verstaue deshalb möglichst schnell den Fotoapparat im Alphornsack und renne so schnell es geht den Berg hinunter. Kurz vor dem Wald schrecke ich mit meinem lauten Getrampel drei äsende Rehe auf die sofort fliehen, ebenfalls talwärts. Etwas ausser Atem aber gerade rechtzeitig komme ich zu Hause an.             


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