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DEFAULT : Alp Sigel, Hasenplatten
20.07.2013 10:00 ( 2678 x gelesen )


- Bequem mit der Sigelbahn
- Gabriel ist heute für die Fotos zuständig
- Eine alte dürre Tanne
- In einem Loch liegt noch eine dicke Schneeschicht
- Alphornspiel beim Alpkreuz, leider kein Echo
- Rosmarie Neff geht vorbei und winkt
- Rosmarie offeriert uns etwas zu Trinken
- Die Motoren dröhnen, es wird „bschöttet“
- Albert und Fabienne spielen auch Alphorn
- Es ist sogar ein Instrument hier oben
- Unterhalb der Hütte spiele ich nochmals
- Hinab über die „Zahm Gocht“
- Eine attraktive Frau: „Hend sie öpe do obe Alphorn blose, äh - gspielt?“
- Wir nehmen den direkten Weg zum Pfannenstiel übers Bommeli
- Ein Wanderer ruft im Wald: „Mönd do öberi cho, do isch de Weg.“   


Mit der Sigelbahn starten Gabriel und ich um 08:00 ab Brülisau beim Pfannenstiel, stahlblauer Himmel und sommerliche Temperaturen. Die Bahn wurde  vor rund 4 Jahren modernisiert, früher hing eine lottrige Bretterkiste am Seil und es gab auch nur eine einzelne Kabine. So musste man mit grösseren Gruppen sehr lange warten bis alle oben waren und die luftige Kiste war auch nur für starke Nerven. Die heutige Situation ist sehr komfortabel, es gibt einen Billettautomaten wo bequem mit Noten und Münz bezahlt werden kann, anschliessend besteigt man die Kabine, drückt den Startknopf und nach kurzem Pfeifsignal geht’s los.

Bereits nach 7 Minuten ist man auf über 1600m und hat eine herrliche Aussicht über den ganzen Alpstein.
Für die Fotos ist heute Gabriel zuständig, er hat ein sehr gutes Auge für spezielle Sachen. Sein Finger am Auslöser liegt in der Regel aber sehr locker, ich informiere ihn deshalb darüber, dass ich alle Fotos anschliessend noch bearbeiten muss und es einen Unterschied ist, ob es 40 oder 200 Bilder sind – am Mittag brachten wir 170 nach Hause. An verschiedenen Stellen auf der Weide stehen dürre Tannen, normalerweise würde man solche abholzen. Mir gefällt eine speziell gut, ihr Zustand ist zwar „tot“, sie strahlt aber trotzdem etwas mystisch Lebendiges aus.

Wir sehen auch ein grosses Wasserloch welches auf ein unterirdisches Höhlensystem vermuten lässt. Darin liegt noch eine dicke Schicht Schnee, der Fotograf ist so angetan von dem kühlen Weiss, dass er sich selber – eher unbeabsichtigt - auch auf diesem Foto verewigt sehen möchte.

 
Während ich mich beim Alpkreuz einrichte, versucht Gabriel die strahlende Sonne zusammen mit dem Kreuz in Szene zu setzen was ihm auch sehr gut gelingt. Rosmarie Neff, die Älplerin, spaziert vorbei und winkt uns zu. Ich spiele ein paar Stücke, leider  gibt es kein Echo hier. Es würde mich auch verwundern, denn die nächsten Felswände sind sehr weit weg. Anschliessend gehen wir zur ersten Hütte – Hasenplatten – diese gehört „em Lochbuebe Albet“, Albert Neff. Rosmarie offeriert uns etwas zu Trinken und meint: „Zom Alphorn spile isches hüt au nüd optimal, wenn alli ringsom em bschötte sönd, me khöts jo kum.“ Ich erzähle ihr, dass unsere Julia im Landdienst ist und es ihr super gefällt, so gut, dass sie Bäuerin werden möchte. Vor allem das Heuen mache ihr unheimlich Spass. 

Wir beide müssen lachen, Rosmarie erwidert, dass ihre Tochter Fabienne in ihrer Freizeit dann doch lieber etwas anderes macht als die gewohnten Arbeiten auf dem Hof. Sie habe einen Ferienjob in der Bäckerei Inauen in Steinegg angenommen.

 
Auf dieser Alp gibt es sogar ein Alphorn erklärt mir Rosmarie. Ihr Mann Albert und Fabienne spielen ab und zu damit, aber nur wenn es die Zeit zulässt. Im Moment haben sie es wieder ziemlich streng, Albert habe gestern Abend zu ihr ins Tal telefoniert ob sie heute den Stall machen könne. Gestern war sie im Tal und richtete die Wäsche.  Albert ist heute mit „Bschötte“ beschäftigt, er ist weiter oben mit dem Traktor. Dann liege es an ihr, den Stall „abeschorre ond usibotze“. Im August wird es dann in der Regel etwas gemütlicher, wenn die ganze Heuerei vorbei sei. Rosmarie geht nun in den Stall und ich versuche etwas unterhalb der Hütte dem Berg noch ein Echo zu entlocken. Ich stelle fest, dass man ohne Nebengeräusche vielleicht ein leises Echo hören könnte.
 
Unser Rückweg führt über die zahme Gocht. Rosmarie erklärt uns, dass es auch den Weg über die wilde Gocht noch gibt. Man steigt beim Brühltobel ein, er ist aber eher nur für den Aufstieg geeignet. Es darf nicht nass, das Gras sollte nicht zu lang und man muss unbedingt schwindelfrei sein. Albert gehe in der Regel einmal im Jahr da durch, er hatte auch schon beide Kinder mit dabei. Sie selber sei noch nie da durch – halt nicht schwindelfrei. Die zahme Gocht ist auch etwas felsig, der Weg ist aber gut im Stand, vereinzelt gibt es sogar Gitterroststufen und Stahlseile. Unterwegs begegnen uns drei ältere Personen, wir grüssen einander wie es im Berg so üblich ist. Sie sehen etwas müde und verschwitzt aus, darum packen sie die Möglichkeit für einen kurzen Schwatz mit uns. Die Frau ist für ihr Alter noch recht attraktiv, sie fragt mich mit breitem Züridütsch: „Hend sie öpe dört obe Alphorn blose – eh gspielt?“ Ich wundere mich über ihre Korrektur und antworte ihr: „Beides, i mos iniblose bim Spile.“ Ehrlich, ich habe mich auch schon gefragt, welches Wort richtig ist.
 
Bei der Alp „Cher“ kann man eine nicht beschilderte Abkürzung übers Bommeli direkt zum Pfannenstiel nehmen. Rosmarie hatte uns erklärt, dass sie jeweils eher links vom Kiesfeld vorbei gehe, Gabriel und ich schlagen deshalb auch diesen Weg ein. Vermutlich sind wir aber zu weit links gekommen, denn im Wald wird es immer  unwegiger. Wir klettern über Äste und steile Bachbette, da hören wir plötzlich eine rettende Stimme: „Mönd do öberi cho, do isch de Weg“. Zwei Wanderer sind zum Glück gerade auf dem Weg Richtung Sigel.                   


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