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DEFAULT : Heimweide Schöni
05.03.2013 12:30 ( 2185 x gelesen )


- Beim Kloster Leiden Christi stelle ich mein Auto ab
- Die Heimweide Schlepfen ist nicht weit zu Fuss
- Autospuren führen zum Haus, es hat Tiere im Stall
- Im Unterstand eine neuere Heumaschine und ein Rapid mit Brücke
- Es gibt kein Echo, dafür hört man den Zug besonders gut
- Der Besitzer kommt, er hatte mich bereits letzte Woche im Casino gesehen
- Er staunte über das junge Mädchen in der Stegreifbesetzung

 


Heute habe ich mir zum Ziel gesteckt, drei Heimweiden in Jakobsbad zu besuchen. Damit die Zeit auch reicht, mache ich bereits um 11:00 Feierabend, denn ich muss um 15:00 Leonie zu Hause von der Schule empfangen. Für diese Jahreszeit liegt eigentlich immer noch relativ viel Schnee, die Strasse hinauf zur Heimweide Schöni ist zwar gepflügt, aber privat. Deshalb lasse ich mein Auto beim Kloster Leiden-Christi stehen und folge den Autospuren die bis zum Haus führen. Nach 15 Minuten Fussmarsch habe ich mein Ziel bereits erreicht, die Fensterläden beim Haus sind hochgezogen, im Stall sind aber Tiere zu hören. Hat es denn hier das ganze Jahr über Tiere? Im Buch „Heimweiden“ von Josef Inauen ist vermerkt, dass dieser Hof früher ganzjährig betrieben wurde und erst später als Heimweide eingetragen wurde.
 
Im Unterstand stehen eine neue Heumaschine und ein älterer Rapid voll beladen mit Holz. Neben der Esche spiele ich zwei Alphornstücke, ein Echo ist leider nicht zu hören. Dafür hört man die rote Appenzellerbahn schon von weitem durch die verschneite Landschaft kommen, untermalt mit Verkehrslärm der Hauptstrasse Richtung Urnäsch, definitiv nicht geeignet für Alphornklänge. 100m östlich versuche ich es nochmals, vielleicht hilft der nahe gelegene Wald etwas mit, aber auch dieser bringt kein Echo, schade.
 
Beim Zusammenpacken fährt plötzlich ein Auto vor, der Besitzer, ein älterer Herr, beobachtet mich und steigt ungefähr nach einer Minute aus. Ich gehe auf ihn zu, stelle mich und mein Projekt vor, darauf meint er in breitem Urnäscher Dialekt: „Sie chönd mer irgendwiä bekannt vor.“ Ich habe diesen Herrn zuvor noch nie gesehen, auch seine Innerhoder Autonummer ist mir nicht geläufig. Da kommt mir in den Sinn, dass wir am Samstagabend vor einer Woche im Casino Herisau einen Stegreifauftritt hatten.

Ich spreche ihn deshalb darauf an, ob er auch dort war, er meint: „Jo exakt, da isch osinnig schö gseh. S’Stegräfle gfallt me sowieso sauguet, ond die jung Formation wo ehr hend hed mi denn schono beidrockt. Das Frölein uf de Trompete isch jo wörkli no bluetjung ode?“ Ich muss ihm recht geben: „Jo, da isch mini Tochte.“ Er erwidert: „Jo, denn isch alls klar, he, he.“  Wir unterhalten uns noch eine Weile, danach packt er die Kettensäge und geht zu den Baumstämmen die etwas weiter oben im Schnee parat liegen.


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