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DEFAULT : Heimweide Ritzern
26.02.2013 14:00 ( 2183 x gelesen )

- Ein zäher Husten plagt mich, dazu der kalte Nebel
- Mit dem Auto bis zur Mazenau, eigentlich kenne ich die Gegend
- Die Schneeschuhe und Stöcke bleiben im Auto zurück
- Auf der schneebedeckten Strasse folge ich den Wildspuren
- Ein modernes, grosses Gaden
- Eine Kuh-Kratzbürste
- Die Sonne kommt, Landwirtschaftsgeruch liegt in der Luft
- Eiszotteln an der Esche
- Ein Wildtier lebt unter dem Gädeli
- Nach Osten kein Echo, nach Westen angenehmes Waldecheo
- Was hängt denn da an diesem Strommasten?



Seit mehr als einer Woche plagt mich ein zäher Husten, dazu kommt auch noch die heisere Stimme und Halsweh. Eine richtige Wintergrippe hält mich in Schach. Den ganzen Tag trinke ich viel Tee, abends gehe ich frühzeitig ins Bett und in der Nacht kann ich vor lauter Husten nicht schlafen und bin deshalb am Morgen immer noch müde. Trotz allem packe ich die nötigen Sachen in den Alphornsack und starte in den Tag, öffne die Haustür, oh Schreck. Draussen erwarten mich minus 12 Grad und dicker Nebel. Das Alphorn lade ich ins Auto und fahre mit dem Gedanken zur Arbeit, dass ich an meinem freien Nachmittag auch ein wohltuendes, warmes Bad nehmen könnte.

Vormittags kaufe ich mir dann ein Schinkenzöpfli und ein Quarkbrötli für den Zmittag in der Annahme, dass ich sie auch im Büro essen könnte. Um Zwölf ist das Wetter immer noch nicht besser, nur etwas wärmer. Meine Meinung hat sich inzwischen nur leicht geändert. Ich könnte doch auch mit dem Auto in die Nähe der Heimweide Ritzern fahren und dort, wenn meine Motivation immer  noch nicht grösser ist, die beiden Brötli im Auto essen und danach nach Hause fahren und das ersehnte Bad einlaufen lassen. Ich fahre also zur Mazenau und merke erst jetzt, dass ich vor Jahren auf diesem Bauernhof bei Ruedi Huber ein schönes Geländer anfertigen durfte. Das stellt mich dann etwas auf. Ich parkiere deshalb gleich hier.
 
Die Schneeschuhe und Stöcke lasse ich gleich im Auto, vielleicht kehre ich ja wieder um – mein warmes Bad. Ich muss aber nicht weit gehen und meine Sinne werden von der Natur beflügelt. Der frische Duft und das Knirschen unter den Füssen gefallen mir sehr gut. Auf der schmalen Strasse sehe ich verschiedene Wildspuren und auch eine Hundespur die bis zur Liegenschaft führen. Dort treffe ich auf ein altes Haus und ein modernes grosses Gaden. Vor dem Haus ist ein kleiner Stall wo seitlich eine Kuh-Kratzbürste angebracht ist. Mich dünkt es, dass es hier wie bei einem Bauernhof im Tal riecht, es hat doch keine Tiere hier, oder? Auf der hinteren Seite des Stalles entdecke ich dann einen riesigen Misthaufen, der die Schneedecke von unten bereits aufgefressen hat und richtig dämpft und seinen Geschmack verbreitet.  
 
 
Langsam bricht die Nebeldecke und die Sonne kommt zum Vorschein. Die Weide ist nun speziell schön, riesige Eiskristalle bildeten sich im Nebel die jetzt wie Fehnstaub im Sonnenlicht glitzern. Vor dem Haus stehen zwei grosse, alte Eschen. An den feinen Ästen haben sich mit Kälte und Nebel richtige Eiszotten gebildet, so etwas habe ich noch nie gesehen. Das kleine Gädeli vor dem Haus hat unter dem Holzboden das bekannte Gehalt für Pfähle und Rohre. Die vielen Tierspuren im Schnee lassen mich vermuten, dass hier ein Tier sein Versteck hat, oder ist es nur ein Winterquartier?

Nun möchte ich auch noch das Echo ausprobieren und spiele nach Osten drei stücke Richtung Lank. Zu mehr kommt es nicht, denn es ist kein Echo zu hören. Ich verlege deshalb meinen Standort und spiele nochmals Richtung Westen. Jetzt ist eine angenehmeres Waldecho zu hören. Während dem Spiel betrachte ich die Landschaft, in der Ferne eine kleine Kapelle, da fällt mir plötzlich auf, dass an einem holzigen Strommasten etwas komisches hängt. Nun bewegt es sich auch noch, es winkt. Tatsächlich, da habe ich eine Freileitungsmonteur bei der Arbeit überrascht.


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