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DEFAULT : Guilin Stadt
15.10.2012 07:10 ( 2143 x gelesen )

- 06:10 am See, der Kioskangestellte schläft noch
- Das Aufnahmegerät funktioniert nicht richtig
- Klatschen, Juchzen, Singen und Alphornspiel
- Das falsche Hotel in Hong Kong
- 50 Minuten für Spaghetti


 

Guilin Stadt, Montag 15. Oktober 2012

 
Um 06:00 habe ich mit Christian in der Hotelhalle abgemacht, er möchte bei meinem Alphorn-Gig am nahe gelegenen See dabei sein. Bei einem Schiffslandesteg mit Kiosk mache ich den Anfang. Bei leichtem Regen setze ich mich an den Steg und halte das Horn ins Wasser. Es dauert keine 10 Takte bis sich ein Chinese lautstark meldet und meint, wir sollen hier verschwinden, er möchte gerne schlafen, es sei sehr laut. Wir packen deshalb wieder zusammen und gehen weiter dem See entlang durch den Wald. Unterwegs begegnen uns einige Ratten die schnell wieder im Dickicht verschwinden. Über eine Steinbrücke gelangen wir zu einer Halbinsel. Einige Personen sind bereits hier und absolvieren ihre Morgenübungen. Rund um den See verteilt können wir viele Personen beobachten, auf der anderen Seeseite klatscht ein Mann laut und ununterbrochen mit Tempo 120 in die Hände. Wir fragen uns, wie lange er das wohl aushält? Auf der Brücke finde ich einen geeigneten Platz um zu musizieren. Zwischendurch höre ich einen Mann laut Juchzen, was scheinbar seine Stimmbänder in Schwung bringen soll. Das Tongemisch aus Klatschen, Juchzen und Alphorn ist fantastisch, zudem klingt mein Instrument auf diesem See auch sehr gut. Das Aufnahmegerät ist in Position, nur nimmt es wieder einmal nicht wie gewünscht auf, mmhh… sehr schade. Nun dislozieren wir auf die andere Seite der Halbinsel und geben dem Aufnahmegerät eine letzte Chance, sonst landet es definitiv im Wasser. Nach meinem ersten Stück beginnt ein Chinese aus dem Wald archaisch zu singen. Ich lasse ihn fertig singen und setze danach zum „Gässchmalz an. Nach etwa der Hälfte setzt der Sänger wieder ein, nun musizieren wir gemeinsam in den neuen Tag, ich bin begeistert. Auch der klatschende Chinese hört man auf den Aufnahmen, dieser beendete sein Morgenritual erst nach sage und schreibe einer Stunde. Diesmal gelingen auch die Aufnahmen.
In der Riverbar, diese liegt wirklich am Fluss der durch Guilin führt, essen wir alle zusammen ein letztes Mal in dieser Stadt gemütlich Zmorge. Danach fliegen wir nach Hong Kong. Dort angekommen fahren wir mit dem Linienbus mit Sack und Pack vom Flughafen ins Zentrum. Der Zustand von unserer kleinsten Tochter Leonie verschlechtert sich zusehends, sie bekommt Asthma. In regelmässigen Abständen gebe ich ihr Ventolinspray damit sie nicht zusammenklappt. Das letzte Stück müssen wir zu Fuss zurücklegen, dazu kommen die vielen Leute in der Grossstadt und der dichte Verkehr. Ich bin mit Leonie am Schluss und versuche die Anderen nicht aus den Augen zu verlieren, denn ich kenne nicht einmal die Hoteladresse. Zu guter Letzt geht es noch ein Stück weit den Berg hinauf und dann stehen wir vor dem Hotel, alle sind sichtlich erleichtert. An der Reception muss Christian leider feststellen, dass dies nicht das richtige Hotel ist und wir im Schwesternhaus in einem anderen Stadtteil untergebracht sind. Ihm ist die Situation sehr peinlich, wir können ihn aber nur loben. Denn die ganzen zwei Wochen in China hat er für uns genial vorausgeplant und bis auf diesen kleinen Abstecher hat es keinen weiteren Zwischenfall gegeben. Lieber Christian, ich weiss dass du diesen Text lesen wirst, deshalb nochmals ein ganz herzliches Dankeschön für deine Arbeit mit uns. Es war einfach genial.
 
Die Taxifahrt zum anderen Hotel dauert nur 10 Minuten. Etwas müde von den Reisestrapazen suchen wir ein Restaurant für das Nachtessen. Irgendwo treffen wir auf eine Tafel mit Spaghetti die uns auf Anhieb anlockt. Im 2. Stock finden wir dann die Lokalität, die eher nach einer Insider-Bar aussieht. Eine junge Frau, ich vermute eine Studentin, bedient uns und damit es nicht zu kompliziert wird, bestellen wir alle  Tomatenspaghetti. Wir warten und warten, Leonie tut mir langsam leid, ihr Kopf wird schwerer und schwerer. Nach verstrichenen 50 Minuten beschwert sich Christian bei der jungen Bedienung und bekommt keck zur Antwort: „Er söll nüd so blöd tue, me sönd im Fall schnöll!“ So findet unser Abend trotz allem eine sehr amüsante Pointe.     
 


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