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DEFAULT : Heimweide Stofflern
17.05.2012 22:00 ( 2485 x gelesen )

- Etwas spät am Abend
- Steinmauer
- Holzhaag nach alter Manier
- Der Säntis im Schnee
- Kein Echo
- Auf dem Stubentisch steht eine Citroflasche
- Holzpfättene
- Einen krummen Nagel richten, wie bei meinem Grossvater


Die Heimweide Stoffleren ist nur rund 300m oberhalb des Leugängeli, deshalb besuche ich beide am selben Abend. Ich bin etwas spät daran, es ist schon 20:40 und die Sonne verschwindet bald hinter der Ebenalp. Im Laufschritt eile ich hoch, mir fallen die schönen Steinmauern, die die ganze Liegenschaft umrahmen, ins Auge. Da es in diesem Gebiet viele „Leuenen“ gibt, wird der Bauer regelmässig die Wiese von Geröll befreien müssen. Die Steinmauern betrachte ich in diesem Fall als Win-Win Situation. Die Hütte wird von einem echten alten Holzhag, ich weiss leider den genauen Ausdruck dieser Art Hag nicht, eingezäunt. Nach Süden sieht man den Schäfler und Säntis in weiss, letzte Nacht fiel der Schnee sogar bis nach Appenzell.

                                                                                                       
 
Vor der Hütte spiele ich drei Alphornstücke, der Laseyer weht nach wie vor sehr stark, ein Echo ist leider nicht auszumachen. Da die Fensterläden geöffnet sind und trotzdem niemand heraus kommt, riskiere ich einen Blick in die Stube. Auf dem Tisch steht eine halbleere Citroflasche und ein paar benutzte Gläser, war der Bauer wohl heute hier und hat alles für die Alpfahrt vorbereitet? Links neben dem Eingang entdecke ich eine intakte Dachrinne aus Holz, solche sieht man auch auf Alpen nicht mehr oft.
 
Neben der Türe befestige ich mein Alp-Horn Schild wie gewohnt, nur wird der Nagel beim Einschlagen leider krumm. Ich ziehe ihn mit dem kleinen Geissfuss vom Hammer heraus und möchte einen neuen nehmen. Da kommt mir mein Grossvater Johann Wyser in den Sinn, er hatte eine Wagnerei.

Als kleiner Bub war ich oft am Samstag bei ihm und half die „Bude putze“. Natürlich gehörte auch anderes dazu als nur zu wischen, er half mir zum Beispiel bei meinem ersten Wandkreuz aus Holz. Er zeigte mir, wie es exakt ineinander verzahnt wird, sodass es auch ohne Leim hielt. In der Bude stand auch immer eine Kiste mit krummen Nägeln, die er vermutlich von Baustellen mitbrachte, herum. Er demonstrierte mir, wie man solche Nägel auf dem kleinen Amboss mit dem Hammer gerade richtet.

Eigentlich eine sinnlose Arbeit und wenn man noch den Daumen traf sowieso, ich hatte aber immer meinen Spass daran. Mit diesen Gedanken im Kopf verwarf ich also den Nagel nicht und bog ihn auf einem Stein mit dem Hammer wieder gerade, gelernt ist gelernt.


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