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DEFAULT : Alp Nisser
23.08.2020 09:30 ( 11 x gelesen )

  • Sonnenaufgangblasen auf dem Kronberg. Mein Ansatz ist perfekt, es gibt grosszügige Komplimente von der Brassband Luzern. Als ich zusammen packe fordern sie mich auf noch ein allerletztes Stück zu blasen.
  • Auf der Alp Dorwies sind schöne Kuhfladenhaufen
  • Es gibt keinen Wanderweg zum Nisser, steiles Gelände
  • Kein richtiges Echo, nur von gegenüberliegender Wand. Dafür rufen die Galtlige zurück.
  • Verlassene Alp, alte Hütte
  • Es gibt nur Galtlige, vor dem Stall ist ein Salzstein
  • Ein Gams äst
  • Senn schaut neugierig von oben runter. Der hat sicher keine Freude an mir.
  • Der Senn von der Dorwies bewirtschaftet auch den Nisser. Man könnte von hier direkt ins Chollöchli, es gibt aber keinen Wanderweg.
  • Im Sommer hat der Wolf auf Potersalp Geissen gerissen und auf seinem Talbetrieb im Rossfall liegen immer 12 Hirsche.
  • Früher wurde regelmässig gewildert und das Fleisch im Dorf verkauft. Bei soviel Wild wäre das heute noch ein Vorteil, aber: « I töfts nüd woge, hüt wo alli öberall chönd Bölde mache. Sie wörid di sube vewütsche ond denn chämsch z’vodescht im Blick.»



Heute Sonntagmorgen fahre ich mit der Dienstfahrt um 05:30 zum Kronberg. Das Wetter ist etwas durchzogen und kälter als am 6. August. Mein Ansatz ist heute zum Glück perfekt, denn die letzten zwei Wochen hatte ich Hochs und Tiefs. Mein altbekanntes Problem, wenn ich viel Posaune spiele, dann ist der Alphornansatz im Eimer. Vor 9 Tagen hat der Probebetrieb in der Harmonie wieder begonnen und ich hatte mich da etwas verausgabt, was ich danach büssen musste. Deshalb griff ich die Posaune die letzten Tage nicht mehr an. Ab 06:05 spiele ich dann auf dem Gipfel bis um 07:00, danach räume ich zusammen, weil es mich an die Finger friert. Beim Bänkli sitzen noch ein paar Leute und es stellt sich heraus, dass sie eine Brassband aus Luzern sind, sie haben Musikausflug. Sie überhäufen mich mit Komplimenten und reden mir dann so lange zu, bis ich noch eine Zugabe spiele.

Der Weg zur Alp Nisser geht über den Grat Richtung Schwägalp, über die Alp Dorwies. Dort stosse ich auf schön verteilte Kuhfladenhaufen auf der Wiese. Diese beeindrucken mich sehr. Damit die Wiese optimal genutzt werden kann, häuft der Senn diese während der Alpzeit auf und verteilt sie am Schluss gleichmässig auf der Wiese damit im Frühjahr wieder gutes Gras nachwächst. Bei der Alphütte biege ich links ab. Die Alp Nisser befindet sich in recht steilem Gelände, es gibt nicht einmal ein Wanderweg hinunter. Auf halbem Weg spiele ich ein paar Stücke mit dem Alphorn. Ein Echo gibt es leider nicht, nur von der gegenüberliegenden Nagelfluh hallt es etwas zurück. Dafür melden sich die Galtlige mit lauten Muh Rufen und ganz unten am Waldrand ist ein Gams beim Äsen.

Die Alp sieht etwas verlassen aus, natürlich klar, wenn es keinen Weg gibt. Die Alphütte ist schon etwas in die Jahre gekommen und vor dem Stall ist ein Salzstein angebracht, Kühe werden hier ganz sicher nicht gemolken. Auf dem steilen Retourweg mache ich Bilder von einer umgestürzten Tanne und versuche mit Pfeifen einen Galtlig ins Bild zu locken. Da sehe ich plötzlich ganz oben den Senn neugierig herunterschauen. Eieiei, der hat nun sicher keine Freude an mir, wenn ich seinen Tieren pfeife. Ich packe mein Horn zusammen und steige mühsam wieder hoch zur Alp Dorwies. Beim Vorbeilaufen bellt mich der Bläss an, lässt mich aber vorbei. 50m weiter sehe ich wie der Senn zum Stall hinauskommt und nach mir schaut. Ich winke ihm zu und gehe nochmals zurück. Der Bläss kommt auf mich zu, will aber dieses Mal gestreichelt werden. Der Senn ist freundlich und kennt mich auch, ich war mit dem Alphorn schon einmal bei ihm. Ich mag mich auch wieder an den Bläss erinnern, der war schon früher sehr zutraulich. Jetzt drückt er sich so fest an mein Bein, dass ich fast umfalle. Der Senn meint: «Er isch e Chalb, da nötzt jo au nütz, wenn er zo allne zuni schlüft.» Er bewirtschaftet auch die Alp Nisser und gibt mit recht, dass es dort sehr unwegsam ist. Früher waren seine Kinder oft dort unten in den Ferien. Heute aber haben sie selbst kleine Kinder und sind nicht mehr oft da. Das wird sich aber, wenn sie grösser sind, bestimmt ändern. Man kann vom Nisser auch direkt ins Chollöchli hinunter, aber auch diese Route ist sehr unwegsam.

Ich erzähle ihm von Martin Signer auf dem Kronberg, der Probleme wegen den 480 Hirschen habe und dass dieser Freude am Wolf habe. Er ist aber wieder anderer Meinung. Der Wolf hatte im Sommer auf Potersalp Geissen gerissen und sehr unschöne Bilder hinterlassen. Um diese Tiere sei es dann nicht schade, der Wolf habe einfach mehr Recht und das dürfe nicht sein. Auf seinem Talbetrieb im Rossfall habe er im Sommer immer 12 Hirsche die stinkfrech bei Tag auf der Wiese äsen und teils sogar liegen. Früher wurde regelmässig gewildert und das Fleisch im Dorf verkauft. Bei so viel Wild wäre das heute noch ein Vorteil, aber: « I töfts nüd woge, hüt wo alli öberall chönd Bölde mache. Sie wörid di sube vewütsche ond denn chämsch z’vodescht im Blick.»


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