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DEFAULT : Heimweide Weesli
30.07.2015 16:30 ( 1236 x gelesen )


- Google Earth zeigt mir den Weg
- Parkplatz bei Strahlholz AR
- Ein verwilderter Wanderweg
- Kleines Gaden, spezielles Kamin hat unten Rostlöcher
- Rund 10 „Galtlige“ sind hier einquartiert
- Dachwasser in Chromstahlfass mit Nr 71 
- Quellwasser wird über Felsen geleitet
- Echo gibt es hier leider keines
- Der unterhalb wohnhafte Bauer hatte mich gehört
- Schön, die Hügellandschaft des Vorderlandes
- Es geht weiter Richtung Eugst 

Heute mache ich etwas früher Feierabend und nehme die beiden Heimweiden Weesli und Eugst ins Visier. Da beide ans Ausserrhodische grenzen,  suche ich einen geeigneten Ausgangspunkt im anderen Halbkanton. Meine Wanderkarte endet leider bereits bei Brenden, deshalb nehme ich den Gratisdienst Google Earth in Anspruch und schaue mir im Voraus die Situation auf dem PC genauer an. Es ist eigentlich schon verrückt was man heute alles kann, die virtuelle Welt scheint einem alle Türen per Mausklick zu öffnen. Manchmal macht mir die ganze Computerwelt auch etwas Angst, klebt man heute zu viel hinter dem Bildschirm und lässt normale Erlebnisse mit Mensch und Natur aussen vor? Wenn ich ehrlich bin, unterstütze ich diesen Auswuchs sogar noch mit meinem Projekt. Ich stelle gesammelte Eindrücke als Bild, Text oder Tonmaterial aufs Netz. Erreichen möchte ich aber eigentlich genau das Gegenteil, ich beabsichtige einem breiten Publikum die „normale“ Welt zu präsentieren. Es gibt da draussen so vieles zu entdecken und etliche Abenteuer zu erleben, man muss nur den einen Schritt nach draussen tun. Und dazu braucht es weder Spezialausrüstung, Workshops noch Zertifizierungen, einzig dich und deine offenen Augen und Ohren. Vielleicht ist das auch die Absicht von Google? Möglichst viele Leute vom Bildschirm weg in die Natur locken? – Wer weiss.
 
Beim Strahlholz in der Gemeinde Bühler parkiere ich meinen Wagen beim alten Industriegebiet. Die in die Jahre gekommenen Gebäude inspirieren mich immer wieder. Die Funktionen welche sie einst einmal hatten, wurden ihnen schon lange entzogen. Ursprünglich war hier Wasserkraft sicher der Treibstoff für all die Maschinen die mit Transmissionen angetrieben wurden, vermutlich grosse Webstühle. In einer zweiten Phase wurde dann alles mit Strom erschlossen, ein altes Transformerhäuschen mit alten Isolatoren an der Aussenwand zeugt heute noch davon. Der Industrielle Glanz, welches das Quartier sicher einmal hatte, ist heute leider verloren gegangen und es wirkt auf mich etwas bedrückend, wenn ich jeweils von Gais über Bühler nach St. Gallen fahre.

Eine steile Asphaltstrasse führt hinauf zum Wald, dort biege ich links in einen alten verwahrlosten Waldweg ab. Dieser endet bei einer Rigle, diese wiederum ist die Einfahrt zur Heimweide Weesli. Der Senn Sepp Fässler mit Spitznamen „Chizeler“ erklärt mir später bei der Erstaugustfeier, dass er total 17 ha Land im Gebiet Brenden-Saul besitzt und die Eugst eigentlich sein Älpli ist, welches schon sein Vater bewirtschaftet hatte. Weil sie immer über Brenden anfahren, wird der Weg von unten seit vielen Jahren nicht mehr benutzt. Die Melster ist relativ klein, aber genügt für die 10 Galtlige die hier oben weiden. An der Nordfassade ragt ein lustiges Chämi hinaus und schaut über das Dach. Gebraucht wird es vermutlich nicht mehr, denn es hat unten im Krümmer ein riesiges Loch welches bei Feuer brandgefährliche Auswirkungen hätte. In einer Nische steht eine Regentonne aus Chromstahl, darauf ist auf goldigem Hintergrund die Nummer 71 schwarz aufgedruckt. Solche Fässer in dieser Form gibt es zu tausenden, in Chromstahl habe ich aber trotzdem noch keines gesehen. Was wurde darin ursprünglich aufbewahrt?

Oberhalb des Gadens ist eine Felsrippe aus Bohnenberg. Dort entdecke ich eine schwarze Leitung die senkrecht nach unten führt. Ich vermute, dass dies die Quellwasserzuleitung für die Alp ist. Sepp erklärt mir dann später, dass es sich um eine Entwässerung handle. Die Weide darüber war stets nass, deshalb wurde sie traniert und das gewonnene Wasser eben über dieses Rohr nach unten in ein Felsloch geführt. Das Wasser sprudelt dann weit auf der Brendenseite wieder als Quelle zu Tage, nicht wie vermutet in Richtung Bühler. Bei diesem Felsen spiele ich Alphorn in der Annahme, dass es eigentlich noch ganz schön tönen könnte. Ich kann aber das Horn drehen wie ich will, es lässt sich kein Echo erzeugen. Erst später auf dem Heimweg erklärt mir der weiter unten wohnhafte Bauer, dass er mich am Nachmittag gehört habe. Um vielleicht doch noch einen besseren Spielplatz zu finden, steige ich auf die Felsrippe und blase nochmals zwei Stücke, leider erfolglos. Einzig die Aussicht hier oben, auf die schöne Hügellandschaft des Appenzeller Vorderlandes, ist sehr schön. Nun geht es weiter zur nördlichsten Heimweide des inneren Landes, die Eugst.


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