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DEFAULT : Heimweide Eugst
30.07.2015 17:45 ( 1282 x gelesen )

 
- Ohne Wanderkarte, ein Handyfoto des Situationsplans
- Nach der Heimweide Weesli vorbei bei der Liegenschaft Saul
- Der Landwirt vom Saul und sein Windrad
- Das Haus der Eugst scheint schon länger nicht bewohnt
- Ein Zwickdraht, als Warnung dient eine Handyflasche
- Unterhalb des Gadens steht ein Kreiselheuer
- Kleiner Ahornbaum mit Kompostgitter das unter Strom steht
- Alphornspiel leider ohne Echo, hört mich Heidi Meier vom Bühler?
- Auf dem Heimweg begegne ich einem Bauer
- „I ha di no nüd ghört spile – ah, doch em Nomitag“
- „Lauf gad zom Hus uni, dei hets en schmale Weg, gsiesch en denn scho.“
- Herr Koller, der Päcklipöstler, scheint im Strahlholz zu wohnen 

Nach dem Besuch der Heimweide Weesli, gehe ich weiter über den Saul zur Eugst. Da diese beiden Heimweiden nicht mehr auf meiner Wanderkarte sind, habe ich mir eine Googlekarte ausgedruckt und mit dem Handy ein Foto vom Situationsplan, der im Buch Innerrhoder Heimweiden abgebildet ist, gemacht. Es stellt sich hinaus, dass Höhenkurven auf einer Karte eine ganz praktische Erfindung sind und ich mich ohne sie nur schwer orientieren kann. Das ausgesteckte Visier für das grosse Windrad auf dem Saul sieht man schon von weitem. Als ich dann die Liegenschaft auf der hinteren Seite erreiche, erschrecke ich etwas über den Zustand. Überall liegen Sachen herum und bei einer Stallwand fehlt der Bretterschirm, deshalb ist sie mit einem transparenten Plastik notbedürftig geflickt worden. Ich habe mir sagen lassen, dass das Projekt Windrad dem Bauer arg zugesetzt hat. Er kämpft für  seine Vision grünen Strom zu produzieren schon bald 15 Jahre mit den Behörden. Ein langwieriges Auf und Ab bis es vor kurzem fast spruchreif wurde. Leider musste er erneut einen Dämpfer einstecken und ist nun mit seiner bewundernswerten Ausdauer am Ende. Manchmal werde ich aus den Behörden nicht schlau. Wir alle wissen doch, dass in naher Zukunft energiepolitisch ein Umdenken stattfinden muss. Die Politiker wären gefordert solch visionäre Gedanken aufzuschnappen, weiter zu entwickeln und schlussendlich auch umzusetzen. Wo bleibt da der Mut?

Die Eugst könnte aufgrund ihrer topografischen Lage und den Gebäuden eigentlich auch ein normaler Talbetrieb sein, vermutlich gibt es dazu einfach zu wenig Boden als dass es für eine Existenz reichen würde. Das Haus scheint schon länger unbewohnt zu sein, hier hatte aber jemand vor Jahren an der Hauptfassade viele Blumen, denn unter den meisten Fenstern sind Konsolen mit Brettern für Blumenkisten angebracht. Der Wanderweg ist mit einem Zwickdraht umzäunt und wenn man zur Liegenschaft kommt, gibt es einen Handgriff wo man den Zaun öffnen kann. Patent sind die leeren orangen Seifenflaschen mit der Aufschrift „Handy“, die bei der Wegabsperrung dazwischen hängen. Als man dieses Produkt entwickelte, wusste man noch lange nichts von Natel und Co. Heute werden beide Produkte gleich benennt, haben aber miteinander überhaupt nichts zu tun. Damit die Flasche beim Draht an der gewünschten Stelle bleibt und nicht hin und her rutscht, wurde sie mit einem Wolllappen oder Plastikfetzen ausgestopft, ganz einfach aber sehr patent.

Unterhalb des Gadens steht ein alter Kreiselheuer der auf seinen nächsten Einsatz wartet. Vor dem Haus wurde ein junger Ahornbaum gepflanzt. Als Schutz vor dem Vieh dient ein verzinktes Kompostgitter. Als ich das Alphorn für Fotos beim Gitter anlehne, zwickt es mich und ich zucke zusammen, auauausoenseich! Jetzt verstehe ich auch, warum das Gitter etwas über dem Boden schwebt und an drei Holzpfählen befestigt ist und über den dreimeterhohen Holzpfahl mit Strom versorgt wird. Neben dem jungen Baum stelle ich mich mit dem Alphorn auf und spiele drei Stücke in Richtung Bühler. Ein Echo kann ich leider keines hören aber vielleicht hört mich ja meine Musikkollegin Heidi Meier, ihr Haus ist in Sichtweite und sie arbeitet sehr gerne in ihrem grossen Garten.

Nun breche ich auf und möchte möglichst auf direktem Weg wieder ins Strahlholz zurück. Zuerst führt der Weg wieder hinunter ins Tal und danach muss ich wieder einen Hügel hinauf kraxeln, wie bereits erwähnt vermisse ich immer noch die Höhenkurven und meine Route bietet mehr Hindernisse als vorausgeahnt. Als ich in das steile Strässchen, das hinauf zum Hügel führt, abbiege, kommt gerade ein älterer Bauer mit seinem kleinen Traktor entgegen. Ich schaue ihn fragend an und gebe ein Zeichen dass er anhalten soll. Er bremst, schaut mich an und fragt: „I ha di no gär nöd ghört spiele?“ Darauf antworte ich: „Seb hani scho, isch halt scho e Wili her.“ „Aha“, kontert er, „stimmt, am Nomitag hani nebis ghört, vo dei obe abe.“ Ich erkläre ihm, dass ich um halbvier beim Weesli gespielt habe und frage danach, ob ich hier richtig bin, wenn ich ins Strahlholz möchte. Er nickt und erwidert: „Jo, mosch bis zom Hus uni ond dei goht denn e schmals Wegli eweeg, du siesch es denn siche scho,“ verabschiedet sich und setzt seine Fahrt fort. Als ich dann beim schönen Haus ankomme, muss ich wirklich zweimal gucken um den unscheinbaren Abzweiger nicht zu verpassen. Es geht noch weiter hinauf bis zu einem Bauernhof der mir weniger gepflegt erscheint als der beim Abzweiger. Von hier aus kann ich bereits wieder das alte Industriegebiet beim Strahlholz erblicken und weit ist es auch nicht mehr. Oberhalb der alten Werkhallen steht ein altes Mehrfamilienhaus, vielleicht wurden früher die Arbeiter darin untergebracht. Als ich heute hier startete, sah ich eine Frau mit einem Kopftuch ins Haus hinein gehen und vermutete deshalb, dass hier eher Ausländer beherbergt sind. Jetzt steht aber der gelbe Päcklibus der Post davor auf dem Parkplatz von welchem ich den Chauffeur kenne, er bringt jeweils die Pakete zu uns ins Geschäft. Ich kann mir gut vorstellen, dass er hier wohnt denn er wuchs nicht weit entfernt, auf dem Bauernhof den man „Höll“ oder Hell nennt, auf.


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