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DEFAULT : Alp Schaien Rossberg
24.05.2015 21:00 ( 1609 x gelesen )


- Ab dem Kleinen Rossberg ist es nicht mehr weit
- Schöne Bollensteinmauer, da hatten wir vor Jahren einmal gepicknickt
- Saftige und farbenfrohe Blumenwiese
- Hufspuren passend zur Alp
- Orange Knetmasse im Alphornsack, so ein sch…
- Alphornspiel 100m vor der Alp, sehr, sehr schönes Echo
- Die silbergraue Stallwand, Zahlen und Inschriften
- Ein Holzfass wird das Dachwasser auffangen
- Ein rostiges Schuhkratzeisen
- Im Eingang hängt ein farbiges Bild eines Alpaufzugs
- Durch den Wald direkt zur Alp Fuhlen
- Ein kleiner Wiesenstrauss mit ungeschützten Blumen und Wollgras

Die Heimweide Klein Rossberg und die Alp Schaien Rossberg trennen lediglich 10 Minuten Fussmarsch. Abgegrenzt werden die beiden Liegenschaften durch eine schöne Bollensteinmauer. Das erinnert mich an eine Wanderung mit unserer Familie vom hohen Kasten nach Brülisau. Genau hier machten wir Marschhalt und assen unser Picknick auf dieser Mauer. Gabriel und Julia hatten eine blaue „Budechappe“ auf dem Kopf und Leonie war noch so klein, dass ich sie Schultern musste. Alles ganz unspektakulär und trotzdem so präsent, als ob es gestern gewesen wäre. Die saftige Blumenwiese hinter der Mauer mit den vielen weissen, einigen gelben und vereinzelt violetten Blumen könnte schöner nicht sein. Jetzt kann man nur hoffen, dass das Wetter so bleibt, der Bauer zur richtigen Zeit mähen kann, die Kühe die wertvolle Nahrung essen und wir zu Hause irgendwann die feine Alpenmilch geniessen können.

Auf dem Weg entdecke ich Hufspuren, scheinbar hat es, wie es der Name der Alp  andeutet, hier oben auch Pferde. Werden die eher zu Freizeitzwecken benützt, also zum Reiten, oder eher als Lasttiere wie beim Berggasthaus Äscher eingesetzt? Die Alp sieht von weitem noch unbewohnt aus, vielleicht ist jemand mit dem Ross da? Einen speziell geeigneten Alphornplatz in der Nähe der Hütte kann ich nicht entdecken und mit der Tür ins Haus fallen möchte ich nicht. Gut, dann spiele ich genau hier auf dem Weg, ich mache mir aber keine Hoffnung dass es schön klingen wird. Als ich das Alphorn auspacke, erblicke ich in der Tasche einen leuchtenden, orangen, handballengrossen Fleck im Futter. Auweia, jetzt hat mir irgendjemand einen Streich gespielt und den blöden Knetgummiball im Keller auf das Alphorn geklebt, ich hatte es nicht bemerkt und das Instrument blindlinks im Sack verpackt. Eine Weile versuche ich es noch aus dem Futter zu grübeln, gebe dann aber schnell auf, denn es ist zwecklos. Statt mich darüber zu ärgern, versuche ich es positiv zu sehen. Dieser Fleck wird mich auch in 10 oder 20 Jahren noch an meine Kinder erinnern, an diesen Ort in der Nähe der Steinmauer. Daheim hat dann Gabriel eine gute Idee: „Chläb doch en Alp-Horn Batch druf, de glich wie‘d uf de Ossesite scho hesch.“ Und genau das mache ich. Es ist schon so, nichts ist so schlecht, dass es auch nicht für etwas gut ist.

In etwa 100 Metern Entfernung zur Hütte beginne ich zu spielen. Das Echo haut mich fast um, ein wunderschönes Erlebnis hier zu spielen. Es kommt mehrmals zurück und dauert rund 4 Sekunden. Nach vier Stücken packe ich die Wanderstöcke in den Instrumentensack, schultere das Alphorn und gehe zur Alphütte. Wie erwartet ist niemand da. Die silberfarbige uralte Strickwand der Melster sticht mir als erstes ins Auge. Darauf sind viele Zahlen und Buchstaben mit Farbe gepinselt oder eingeschnitzt, diese Wand könnte sicher viele Geschichten erzählen. Irgendwie beeindruckt sie mich, anderseits hat sie auch etwas Bedrückendes. Vielleicht sind es nicht nur schöne Geschichten die hier oben passiert sind? Auf der rechten Seite steht ein schönes Holzfass welches dazu gedacht ist, das Dachwasser von der Rinne aufzufangen. Vor dem Eingang zur Hütte entdecke ich ein altes Schuhkratzeisen welches auf einen Findling betoniert wurde. Der Eingang selber ist geschützt durch einen kleinen Vorraum mit Fedlech, darin hängt ein schönes farbiges Bild eines Alpaufzuges.

Nach den gesammelten Eindrücken mache ich mich auf den Heimweg. Auf meiner alten Wanderkarte sind einzelne Wegfragmente direkt zur Alp Fuhlen eingezeichnet. Früher waren alle Alpen irgendwie mit einem Weg verbunden, das ist heute nicht mehr nötig weil die meisten Bauern mit einem Fahrzeug zur Alp kommen. Den Umweg zurück über Klein Rossberg möchte ich aber vermeiden und suche deshalb nach dem alten Verbindungsweg im Wald. Hinunter komme ich dann über Stock und Stein entlang eines kleinen Bächleins. Einen Weg konnte ich aber keinen finden. Weiter unten sind dann wieder die prächtigen Heuwiesen mit den schönen Blumen. Die Versuchung ist gross und ich kann es mir nicht verkneifen einen kleinen Wiesenstrauss zu pflücken mit ungeschützten Blumen, ausgeschmückt mit Wollgras. Er riecht wunderbar und meine Frau wird sich darüber freuen.


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