*
Menu
Willkommen Willkommen
Über mich Über mich
Projekt Projekt
Alpen Alpen
Heimweiden Heimweiden
Echoplätze Echoplätze
Agenda Agenda
Noten / Lieder Noten / Lieder
Links Links
Geschichte Geschichte
Kontakt Kontakt
Musik-links-frontseite
   

Klingeltöne
  
DEFAULT : Alp Hinterer Hackbühl
17.05.2015 20:00 ( 1467 x gelesen )


- Parkplatz oberhalb des Campingplatzes beim Waldrand, sonntags erlaubt
- Folge der Teerstrasse Richtung Eugst
- Schilder mit tiefgründigen Sprüchen am Wegrand
- Von weit her höre ich einen komischen Ton
- Es hämmert ein kleines Wasserrad im Bach
- Weisse Geissen stehen vor dem Stall
- Eine junge Frau ruft etwas in den Stall und geht danach hinein
- Oben beim Waldrand wird aufgeforstet
- Ein Jagdsitz, „Betreten verboten“
- Alphornspiel erst unspektakulär, weiter unten sehr angenehm
- Im sumpfigen Gebiet steht eine improvisierte Tränkestelle
- Im Kunststofffass sind zwei Büchsen Bier
- Jetzt ist niemand mehr da 

Beim Campingplatz Gonten fahre ich noch ein Stück weiter bis zum grossen Wendeplatz im Wald. Dort steht eine Parkverbotstafel welche jeweils sonntags aufgehoben ist. Unten beim Bach gibt es eine grosszügige Grillstelle die im Sommer gerne von Wanderern benützt wird. Nur ungern folge ich der geteerten Strasse Richtung Eugst, aber für mein Ziel ist das leider der einzige Weg. An einem Baumstrunk und in einer Felsnische beim linken Strassenbord sind Holzschilder angebracht, gereimte Sprüche wurden darin eingeschnitzt die zum Nachdenken einladen. Irgendwo im Wald höre ich einen monotonen Ton, je weiter ich hinauf komme umso lauter wird er. Erst als ich den Wald verlasse, sehe ich den Grund. In der Nähe steht ein Masten der Kronbergbahn woran die Seilrollen mit ihrem surrenden Geräusch hängen. Ich stelle mir vor wie das Geräusch bei dickem Nebel und in der Abenddämmerung auf mich wirken würde, bestimmt hätte ich Gänsehaut.

Beim Abzweiger zur Heimweide Klein Hackbühl höre ich ein leises, gleichmässiges Hämmern. Ich gehe dem Geräusch nach und finde links beim kleinen Bächli ein herziges Holzwasserrad das mit jeder Umdrehung einen Holzhammer anhebt und durchs Eigengewicht wieder fallen lässt. Die Bauart ist sehr einfach aber effektvoll und mit nur ein paar wenigen Utensilien zu bewerkstelligen, ein paar Bretter und Nägel reichen. Zum Hinteren Hackbühl zweigt eine sehr steile Strasse links ab. Von unten sehe ich bereits viele weisse Geissen und einen Subaru vor dem Stall stehen. Eine junge Frau geht über den Vorplatz, ruft etwas zum Stall hinüber und geht danach hinein, vermutlich hatte sie der Senn nicht verstanden. Jetzt sind die Alpweiden wieder in Betrieb und mit einer Begegnung der Bauersleute muss ich in den nächsten Monaten wieder öfters rechnen, was in den letzten Jahren immer sehr interessante Gespräche ergab. Als ich oben bin, warte ich auf dem Vorplatz ein paar Minuten ganz gespannt mit dem Alphornsack in der Hand. Es scheint, dass beide sehr beschäftigt sind und nicht aus dem Stall kommen können, jedenfalls gehe ich ohne Gespräch weiter die Wiese hinauf bis zum Waldrand und suche mir ein geeignetes Plätzli um zu Spielen. Dort entscheide ich mich vorab ein paar Bilder von den vielen Baumstrünken und dem Jagdsitz mit der langen Leiter zu schiessen.

Ich stelle mein Alphorn auf einen Baumstrunk und spiele ein Stück. Aus dem Wald ertönt lediglich ein ganz leises Echo was mich animiert den Standort etwas nach unten zu verlegen. Oberhalb einer sumpfigen Stelle starte ich dann einen zweiten Versuch. Hier gefällt es mir viel besser, denn es tönt ein schönes Waldecho mit. Während dem Musizieren studiere ich die improvisierte Tränkestelle die weiter unten steht. Eine alte Badewanne liegt verkehrt in der Wiese und rechts davon steht ein blaues Fass in mitten dreier Holzpfähle welches mit einer Wasserzuleitung gefüllt wird. Ein rostiges Eisenfass liegt auch noch schräg in der Wiese, dessen Funktion kann ich mir aber nicht ausmalen. Bevor ich mir das aus der Nähe ansehe, spiele ich nochmals zwei Stücke. Zu meinem Erstaunen entdecke ich dann im blauen Fass zwei Bierdosen aus der Landi, Marke Farmer. Da kann man sich nun fragen für wen die Tränkestelle eher gedacht ist, die durstigen Galtlige oder eher für die Bauersleute während der schweisstreibenden Heuzeit? Als ich dann zurück zur Hütte komme ist leider niemand mehr da und das Auto ebenfalls weg, schade, gerne hätte ich noch ein paar Worte gewechselt.


Zurück Druckoptimierte Version Diesen Artikel weiterempfehlen... Druckoptimierte Version
 
Die hier veröffentlichten Artikel und Kommentare stehen uneingeschränkt im alleinigen Verantwortungsbereich des jeweiligen Autors.
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail