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DEFAULT : Heimweide Blättli
07.05.2015 20:45 ( 1310 x gelesen )


- Bei der Bergstation Horn links durch den Wald
- Eine knorzlige alte Buche am Eingang zur Heimweide
- Keine Zufahrtsstrasse, die Heimweide ist sozusagen abgeschottet
- Die letzten Sonnenstrahlen und viele Sonnwendlige
- Alphornspiel, nur ein leises Waldecho
- Die Schweizerfahne ist gehisst. Ist jemand da?
- Sehr schön und gut unterhaltene Gebäude
- Hier wird fleissig geholzt
- Ein neuwertiger Chromstahlmilchtank, wohl eher für Dachwasser
- Ruine am südlichen Zugang zur Heimweide

Bei der Bergstation des Skilifts Horn führt links ein schmaler Weg durch den Wald zur Heimweide Blättli. Kurz vor der Waldlichtung steht eine alte Buche aus dessen knorzligem Wurzelstock vier Stämme heraus wachsen. Beim mittleren Stamm ist in Griffhöhe ein kleines Vogelhäuschen angebracht. Wieso braucht es im Wald eine solche Behausung? Und welche Vogelart möchte man hier unterstützen? Vielleicht kann mir ein Jäger diese Fragen später einmal beantworten. Die Heimweide ist eingeschlossen im Wald, kann nur zu Fuss erreicht werden und die Wiese ist sehr steil. Trotzdem gibt es hier viele Sonnwendlige was eigentlich eher nur dort vorkommt, wo regelmässig gedüngt wird. Für einen Traktor ist das Geländer hier definitiv ungeeignet und zu Fuss mit dem „Stosswage“ kann ich mir das auch mit viel Fantasie nicht vorstellen. Vielleicht wird die Jauche verschlaucht und mit einer Pumpe an den richtigen Platz befördert…

Im steilen Wiesenbord suche ich mir eine geeignete Stelle um zu Spielen. Das heisst, dass ich den Becherfuss auf einen flachen Stein stelle und hinten beim Horn einigermassen eben stehen kann ohne auszurutschen, was bei diesen Verhältnissen  eher schwieriger ist. Etwas gespannt beginne ich zu spielen, denn die Schweizerfahne ist vor der Hütte gehisst, wie reagiert der Senn? Meine Töne bleiben ohne Reaktion, es schaut niemand aus der Hütte und vom Wald herauf ist nur ein leises Echo zu hören. Nach vier Stücken gehe ich zur Hütte und dopple mit Rufen nach: „Hallo, hallo, isch nebid do?“ Ich staune nicht schlecht über die gut unterhaltenen Gebäude und das kleine Emailschild beim Gädeli, darauf steht mit alter Schrift: „Abort“. Links neben der Türe sind frisch geschälte Holzpfähle und rechts eine grosse Scheiterbeige mit Buchenholz.

Unterhalb des Gadens steht ein glänzender Chromstahltank mit blauem-weissem Milchlogo welches bereits etwas verbleicht ist. Es wundert mich, dass hier oben gemolken wird. Im Buch Innerrhoder Heimweiden kann ich später nachlesen, dass hier nur noch Schafe weiden und das Wasser relativ knapp ist. Deshalb wird der Tank eher als Reservoir für Dachwasser benutzt und bestimmt nicht für Milch. Das besagt schon eine alte Älplerweisheit: Man soll nicht immer glauben was geschrieben steht.

Heimwärts wähle ich den Weg Richtung Süden, dort treffe ich auf Überbleibsel der Grundmauern eines Gebäudes. Es kann gut sein, dass früher die Alphütte hier stand, denn der dazugehörende Baum steht immer noch schützend davor. Anhand der Mauerresten schätze ich, dass die Hütte mindestens vor 100 Jahren eingestürzt oder noch wahrscheinlicher abgebrannt ist, denn es lässt sich kein einziges Stück Holz finden.


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