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DEFAULT : Heimweide Chlepfhütte
25.04.2015 20:00 ( 1015 x gelesen )


- Der Blick zum Himmel nützt oft mehr als das beste Wetterapp
- Mit Regenjacke im Gepäck ab Kaubad
- Tannen wie Zahnstocher, halten die dem nächsten Sturm stand?
- Teils liegt noch Schnee in schattigen Mulden
- Kapelle oberhalb Scheidegg läutet
- Langer Weidbrunnen mit langem Einlaufrohr
- Zahnfrische Holzstange für „Zwickhag“
- Orange Sonnenstore und Sandkastenpneu
- Nagelfluh Felsbrocken wie riesiger Grenzstein
- Alphornspiel Richtung Kau, einfach fantastisch
- Speziell , ein Fenster liegt auf halbem Stockwerk

Heute ist das Wetter eigentlich nicht unbedingt jedermanns Sache, meine Frau meint deshalb zum bevorstehenden Ausflug: „Wescht jo pudelnass!“ Es wundert mich deshalb nicht, dass mir den ganzen Abend niemand begegnet, obwohl es nie regnet. Sämtliche Wetterapps haben für dieses Wochenende sehr schlechte Prognosen abgegeben, ausgerechnet jetzt wo Landsgemeinde ist. Schlussendlich war es aber wie so oft, ein Blick zum Himmel nützt mehr als das beste App. Die Landsgemeinde fand bei strahlender Sonne statt und einige holten sich auf dem kahlen Kopf sogar einen Sonnenbrand. 

Mit der Regenjacke im Gepäcke folge ich dem Waldweg der oberhalb den Kauweihern beginnt. Auf dieser Route sind einige Markierungen für Mountainbikes zu sehen. Den Radspuren entnehme ich, dass es hier an einem sonnigen Abend  recht hektisch zu und her gehen muss. Der letzte Waldabschnitt vor Chlepfhütten schreckt mich dann ab, eine kahle Verwüstung. Vermutlich hat ein Sturm diese grosse Schneise in den Wald gerissen, die Förster wohl kaum. Die mächtigen Tannen stehen schutzlos da wie riesige Zahnstocher mit ein paar wenigen Ästen in der Baumkrone. Der nächste Sturm wird weiteren Schaden anrichten.

Auf der Weide liegt in einigen schattigen Mulden immer noch recht viel Schnee. Als ich über die nasse Wiese gehe, höre ich plötzlich ein Glockengeläut. Ich schaue mich um und suche die Herkunft der Töne, sie kommen von der Kapelle oberhalb der Scheidegg. Der Mesmer der die Glocken läutet hat heute sicher auch nicht viel Gesellschaft. Mitten auf der Weide steht ein langer Brunnen der mit einem noch längeren Zuleitungsrohr eingespeist wird. Mir ist aufgefallen, dass dieser, wie auch viele andere dieser Brunnen nach dem Krieg erstellt wurden. Kann es sein, dass in dieser Zeit solche Brunnen subventioniert wurden um die Landwirtschaft anzukurbeln?

Beim Einlenker zur Heimweide wurde erst vor kurzem ein langer zahnfrischer Holzpfahl eingeschlagen. Daran ist ein roter Isolator angebracht der den Zwickdraht  über die Strasse führt. Es gibt ein kleines Remise dort ist auf der Südseite eine auffällig orange Sonnenstore montiert, auf der Westseite liegt ein grosser Traktorenpneu der als Sandkasten dient und daneben steht ein gemütliches Holzbänkli. Es scheint, dass hier oben der richtige Ort ist um auszuspannen.

In der Nähe des Baumes vor der Hütte ragt ein Nagelfluhbrocken wie ein riesiger Grenzstein aus der Wiese. Ob den wohl auch der Riese verloren hatte als er die Bauernhäuser über dem Alpstein aus dem Sack fallen liess? Ich werde dies vermutlich nie herausfinden, eines weiss ich aber seit heute: Hier oben ist es wunderschön um Alphorn zu spielen. Der Ton wird wunderbar getragen und das Echo kommt mehrmals zurück, komme sehr gerne wieder. Bevor ich aufbreche, montiere ich noch das Schild neben die Türe. Dabei fällt mir auf, dass das rechte Fenster bei der Hauptfassade auf ungewohnter Höhe platziert ist. Ein Zimmer kann ich mir dahinter nicht vorstellen, ein Treppenhaus wird die Hütte nicht haben und für ein WC-Fenster scheint es mir etwas zu gross. Obwohl, genau darüber ist ein kleines Abzugsrohr angebracht, das würde wiederum zum WC passen. „Jä no, seis wie’s well, i gange wite vos dunkel wet.“


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