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DEFAULT : Heimweide Fähnernweidli
27.04.2015 20:40 ( 1308 x gelesen )


- Überall liegen grosse Steine und nirgends gibt es Felsen, komisch
- Die leuchtenden Hochleitungskabel Richtung Gais
- Das Wetter meint es gut
- Grosser neuer Stall, in die Jahre gekommene Hütte
- Schmales Holzbrett als Sitzbank, davor eine kleine Feuerstelle
- Alphornspiel beim Weidkreuz unspektakurär
- Alphornspiel zwischen den beiden Gebäuden
- Frisch geschlagenes Holz
- Sind die Findlinge vom Friedhof aus dieser Region?
- Am kommenden Morgen ist der Fähnernspitz wie verzuckert

Nach dem Besuch des Hermesweidli steige ich das steile Wiesenbord hinauf zur Fähnernweid, überall liegen grosse Steine, ja sogar halbe Felsbrocken. An einigen Stellen sind Steinmauern errichtet worden sodass kleine Terrassen entstanden sind. Ich frage mich nur von wo diese Steine kommen mögen, die Fähnern ist doch nur ein grüner Grashügel. Felsen kann ich weit und breit keine sehen, gab es denn hier vor langer, langer, ja sehr langer Zeit eine Explosion, so à la Vulkan? Die Form des Berges würde jedenfalls darauf hin deuten. Apropos Steine im Weg, gestern wurde an der Landsgemeinde das Projekt Hallenbad zurückgewiesen, deshalb wird nächstens die Hallenbad AG Konkurs anmelden müssen. Viel Fronarbeit und Geld für die bald 5 jährige Projektphase sind mit einem Schlag verpufft. Das Verrückte daran ist, dass genau der Schulpräsident sich wortstark gegen das Projekt auf dem Stuhl geäussert hatte. Dies obwohl der Schulrat im Gremium beschloss, das für den Schulunterricht wichtige Projekt, unbedingt zu unterstützen. Ich frage mich deshalb, darf der Schulpräsident in solch einem Fall als Einzelperson auftreten? Hat er nicht die Pflicht sein Gremium nach aussen zu vertreten, auch wenn er persönlich eine andere Meinung hat? Ich habe fast das Gefühl, dass er sich nach dieser Tat auf sehr dünnem Eis bewegt. Jedenfalls wir die Zukunft des Hallenbades auch hier mit grossen Steinbrocken versperrt.   

Etwas weiter oben sieht man nördlich die Hochspannungsleitungen von Gais, diese glänzen hell und goldig. Vermutlich sind sie feucht und schimmern in der Abendsonne, sind das erste Anzeichen eines bevorstehenden Unwetters? Am Horizont bäumen sich dunkle schwarze Wolken auf, welche zum Glück noch in weiter Entfernung sind. Droben stosse ich auf einen grossen und modern eingerichteten Stall der im Jahr 2009 neu erbaut wurde. Daneben scheint die in die Jahre gekommene kleine Hütte fast etwas schmörzelig. Ich nehme an, dass während der Sömmerungszeit der Senn seinen Wohnort nach wie vor im Tal hat. Er fährt täglich mit dem Traktor hinauf um zu melken denn eine Zufahrtsstrasse gibt es weder von Norden noch von Süden. Ein Grund um für längere Zeit hier oben zu wohnen wäre aber sicher die Aussicht vom naheliegenden Alpstein bis hinunter zum Bodensee, einfach fantastisch.

Vor dem abgewitterten Schindelnschirm der Hüttensüdfassade liegt ein schmaler Holztüll auf einem Steinhaufen der als Bänkli dienen könnte. Zwei Meter davor ist eine Feuerstelle, darin liegen ein paar alte Holzkohlestücke. Ich glaube nicht, dass der Senn diese Feuerstelle eingerichtet hat, sie wurde viel eher von Wanderern im letzten Herbst genutzt. Oberhalb des Stalls und der Hütte steht ein mächtiges Weidkreuz das aus schweren UNP Trägern gefertigt wurde. Daran ist ein Gusseisenheiland befestigt der den Kopf nach oben und zur Seite gedreht hat, sozusagen den Blick zum Himmel gerichtet. Im ersten Moment gefällt mir diese Haltung wenig, denn die Korpusse meiner Grabkreuze lassen den Kopf jeweils nach unten hängen. Je länger ich aber darüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Symbolik dieser alten Gusseisenform. Der Platz scheint mir ideal für ein erstes Alphornstück. Da es kein Echo gibt, verlege ich den Standort etwas nach unten und spiele zwischen Hütte und Stall weiter. Zwar gibt es auch hier kein Echo, dafür widerhallen die Gebäudewände etwas und machen das Spiel wenigstens etwas angenehmer. 

Neben der neuen Melster liegen frisch geschlagene Holzstämme. Daraus werden in nächster Zeit sicher einige Hagpfähle für den Weidezaun gefertigt damit die Kühe nicht über ihr Territorium hinaus fressen. Das wäre bei uns Menschen manchmal auch ganz hilfreich um den Gedanken Hallenbad abzuschliessen. Nach den frisch gesammelten Eindrücken und der nun verdauten Landsgemeinde mache ich mich wieder auf den Heimweg, wortwörtlich über Stock und Stein. Beim Anblick einiger grösserer Steine kann ich Ähnlichkeiten mit Findlingen vom Friedhof Appenzell, die als Grabsteine dienen, erkennen. Ich glaubte immer, dass diese auf den höher gelegenen Alpen „gepflückt“ werden und mühsam hinausgeführt werden müssen. Diese hier könnte man aber ganz bequem mit einem Rapid und Ladebrücke abtransportieren. Mit jedem fehlenden Stein würde wieder ein Stück Wiese zurückgewonnen und der Bauer hätte sicher seine Freude daran. Das Wetter schlägt nun definitiv um, es beginnt jeden Moment zu regnen, ein kühler Wind zieht auf und am anderen Morgen liegt von hier bis zum Fähnernspitz wieder Schnee.


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