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DEFAULT : Alp Bömmeli
01.05.2012 07:30 ( 2650 x gelesen )


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Sonntag 05:40, gelbes Blinklicht auf Kamin von Bauernhaus
- Typischer Apriltag im Mai, nass und kalt
- Kein Wanderweg gefunden
- Ein Rehbock springt vorbei, später „bellt“ er aus dem Wald
- Raue, wilde Landschaft. Viele Steine und Schneelawinen
- Unbrauchbarer Stall, einfache Alphütte, heute Ferienhaus
- Heiliger Sebastian, bewahre uns vor Krankheiten
- Einer Weinbergschnecke gefällt das Wetter
- Das Alphornspiel lockt meine Spielfreude, schönes Echo
- Die Kirchturmuhr schlägt 8
- Ein Kreuz auf der Weide bei Fässleren


Am Sonntagmorgen um 05:30 fahre ich nach Brülisau, zum Pfannenstiel. In der Nähe des ersten Mastes der Kastenbahn sticht mir ein gelbes Blinklicht ins Auge, dieses ist auf dem Kamin eines Bauernhauses befestigt. Bei diesem Haus ist vor Jahren ein Gleitschirmpilot tödlich verunglückt, er hatte bei diesem Kamin eingehängt. Irgendwie irritiert mich das Blinken, warum schon so frühmorgens? Bei der Sigelbahn parkiere ich mein Auto und streife die Regenhose und Jacke über. Ich habe mir eigentlich erhofft, dass der Wetterbericht auch heute nicht Recht bekommt. Letzte Woche hatte er nur Schauer prophezeit, stattdessen waren aber alle Tage sonnig und warm…der Fön lässt grüssen. Jetzt ist es aber wolkenverhangen, nass und kalt.
 
Auf meiner Wanderkarte ist nur ein Weg bis zur Liegenschaft Fässleren eingezeichnet, im Alpkataster wird beschrieben, dass das Bommeli über diesen Hof bestossen wird. Von da an muss ein Fussweg weiter führen, etwas unterhalb der Waldgrenze verliere ich aber die Fährte aus den Augen. Ich gehe deshalb geraden Wegs durch den Wald nach oben, überall liegen grössere und kleinere Steinbrocken, es kommt mir vor wie auf einer Gerölllawine, das Terrain ist sehr unwegsam und heute zusätzlich auch noch glitschig. Als ich aus dem Wald die Weide vom Bommeli erblicken kann, springt gerade ein Rehbock weg. Ein paar Minuten später bellt er von der anderen Waldseite heraus, ich habe ihn vermutlich beim Zmorge gestört. Die Wieslandschaft hier oben sieht sehr rau und wild aus, von der Sigelwand fallen regelmässig Stein- und Schneelawinen auf die Alp herunter.
 
Hinter den beiden Hütten wurden als Lawinenschutz Steine zu einem Schutzkegel aufgebaut, bei der Rechten steht sogar ein einfaches Eisenkreuz zwischen Haus und Schutzwall. Kann es sein, dass hier einmal ein Unglück passiert ist? An der vorderen Fassade ist ein Heiligenbild angebracht mit der Inschrift: „Heiliger Sebastian bewahre uns vor Krankheiten“. Der kleine Stall links ist heute unbrauchbar, er steht dem Zerfallen nahe. Davor reckt sich mir eine Weinbergschnecke entgegen, sie erinnert mich an meine Kindheit. Wir spielten doch viel mit diesen Schnecken, je grösser sie waren desto besser. Heute sieht man sie leider nur noch selten.
 
Da ich bereits pudelnass bin, ist meine Motivation für das Alphornspiel etwas kleiner geworden. Mindestens ein Stück möchte ich aber trotzdem blasen. Kaum habe ich angefangen zu spielen, fühle ich mich richtig frisch und möchte den ganzen Talkessel mit Tönen füllen. Das Echo ist recht schön, vermutlich hört man es bis weit nach Brülisau. Schlussendlich spiele ich eine satte halbe Stunde und genau nach meinem letzten Ton schlägt die Kirchenuhr acht, genau so sollte es sein!
 
Beim Retourweg finde ich einen schmalen Pfad durch den Wald, bei der „Rigle“ hängt eine Handspritze mit rosaroter Flüssigkeit, vermutlich ein Gift gegen Spitzblacken. Auf der Fässleren Liegenschaft fällt mir ein Weidkreuz auf einem Steinhaufen auf. Hier möchte ich einmal am Abend hin zum Alphornblasen, wenn möglich in Begleitung mit Kuhglocken.


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